Rhönklub Melkers

 



Wer mit uns wandert, kann was erleben...






 

Am 03. November führte die Wanderung des Rhönklub Zweigvereins  Melkers in den „ Kleinen Thüringer Wald“.  

Vom historischen Ortskern  Marisfeld aus machten sich 29 Wanderer auf den Weg nach Oberstadt, Schmeheim und zurück nach Marisfeld. Der historische Ortskern wurde 1982 unter Denkmalschutz gestellt. Viele schöne Fachwerkhäuser, die Wehrkirche St. Mauritius, das Schloss und das ehemalige Rittergut, welches jetzt ein Reiterhof ist, dominieren den Platz.

Marisfeld hat eine wechselvolle Geschichte. Es wurde zwischen 776 und 796 erstmals urkundlich erwähnt. Eine weitere Eintragung erfolgte erst wieder im 11. Jh., in dem von einer Wehrburganlage berichtet wird. Im 13. / 14. Jh. waren die Adelsgeschlechter der Herren von Schmeheim und der Marschalk von Marisfeld in dem gleichnamigen Ort begütert, im 17. Jh. die Familie des Marschalks von Ostheim. Herrschaftsmäßig gehörte das Dorf zur Grafschaft Henneberg, danach zu verschiedenen sächsischen Herzogtümern, u. a. auch zu Sachsen – Meiningen. 1920 kam Marisfeld zum Land Thüringen.

Das bedeutsamste Bauwerk in Marisfeld ist das Schloss, welches 1100 als „Talburg“ erstmals erwähnt wurde. Es wurde im Mittelalter mehrfach zerstört.

Eva Maria Magdalena Marschalk  von Ostheim  ließ das Schloss mit den vier Türmen, wie es heute zu sehen ist, 1665 wieder aufbauen. Das Adelsgeschlecht von Ostheim war bis zum Verkauf an den Freiherrn von  Stockmar im Jahre 1844 im Besitz des Schlosses. Dieser ließ einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild anlegen. Jedes Jahr Anfang Juli finden Parkfestspiele statt.

1882 erfolgte wieder ein Verkauf des Schlosses mit seinen Anlagen für einen Preis von

120 000 Taler an den Baron Hermann von Eichel. Dessen erste Frau starb wenige Jahre später bei der Geburt des ersten Kindes. Für sie wurde der Park  verlängert und eine Gruft mit schwarzem Marmor angelegt. Der Baron heiratete wieder und hatte viele Kinder. Er starb 1934 und wurde neben seiner ersten Frau beigesetzt. Sein Sohn verkaufte das Schloss mit Anlagen. Danach hatte es mehrere Besitzer, bis es 1947 die Volkssolidarität übernahm. Zunächst wurde es für viele Umsiedler als Unterkunft und später als Kinderheim mit 40 Kindern genutzt. Nach der Wende übernahm die Diakonie Henneberger Land e.V. das Objekt. Nach umfangreicher Sanierung bietet es nun eine Unterbringung in familiärer Atmosphäre für 20 Kinder.

Nun begann die Wanderung durch den Park , der Keuper-Mulde folgend bis nach Oberstadt. Am Ort vorbei ging es bergan in den Kleinen Thüringer Wald. Ein schöner Waldweg, der sogar von der Sonne  zur Freude aller beschienen wurde, führte zum  Schmeheimer Teich, der Gelegenheit für eine kleine Rast bot. Die Tour ging weiter zur „Alten Schmiede“ in Schmeheim, wo das Mittagsmahl auf die hungrigen Wanderer wartete. Nach dem guten Essen wanderte die Gruppe an der Spring entlang  zurück nach Marisfeld.

Spannende Geschichte und wunderbare Natur boten den Wanderern einen erlebnisreichen Sonntag.

Meta Hahm